Donnerstag, 2. April 2015

[Nadja] Was fehlt, wenn ich verschwunden bin - Lilly Lindner [Rezension]



Rezension – Was fehlt, wenn ich verschwunden bin – Lilly Lindner





Titel: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
Originaltitel: Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
Autor: Lilly Lindner
Verlag: Fischer
Genre: Young Adult, Drama
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400 Seiten
Preis: 9,99€
ISBN: 978-3733500931






Erste Sätze
Liebe April,
du bist jetzt schon eine Woche fort, und ohne dich ist es schrecklich langweilig hier. Mama weint ständig, und Papa arbeitet jetzt immer ganz lange, und wenn er nach Hause kommt, dann guckt er traurig.


Klappentext
April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.


Meine Meinung
Das Buch besteht aus Briefen. Der erste Teil des Buches besteht aus Briefen, die Phoebe an ihre Schwester April schreibt, der zweite Teil des Buches besteht aus Briefen, die April an ihre Schwester Phoebe schreibt. Diese Briefe sind unglaublich emotional, tiefgründig und ehrlich.
April leidet schon seit ihrer Geburt. Sie ist hochbegabt und ihre Eltern waren mit ihr überfordert, sodass sie sich selbst in sich zurückzog. Die Unverständnis ihrer Eltern bekämpfte sie damit, dass sie anfing zu hungern, denn dieser Schmerz war erträglicher als alles andere. Damit war der Weg in die Magersucht eröffnet. Sie ist ein unglaublich missverstandenes Kind gewesen, das sich nur nach der Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Eltern gesucht hat, doch diese nie bekommen hat und irgendwann einfach übersehen wurde.
Phoebe ist neun Jahre alt und acht Jahre jünger als ihre Schwester April. Auch sie hat eine unglaubliche Wortgewalt in ihren Briefen und es deutet alles darauf hin, dass auch sie hochbegabt ist. Doch auch wenn ihre Eltern manchmal überfordert sind, versuchen sie ihr irgendwie zu helfen, anstatt sie zu verurteilen und haben aus ihren Fehlern mit April gelernt. Phoebe ist ein unglaublich lebensfreudiger, fröhlicher, dauernd plappernder Mensch. Sie ist glücklich, auch wenn nicht jeder ihre Fragen beantworten kann, sodass sie zufrieden ist, aber sie sieht sich als Kind, auch wenn sie zeitweise zu erwachsen denkt.
Beide Mädchen sind unglaublich tolle, interessante und tiefverbundene Charaktere, die sich sehr ähnlich, aber auch irgendwie grundverschieden sind. Ich konnte mich in beide Charaktere gut hineinversetzen und fand ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehbar.

Das Buch ist so wortgewaltig, so dramatisch, so realitätsnah und so emotional, dass ich nur schwer die Worte finde, um zu beschreiben, wie mir das Buch gefallen hat. Es hat mich einfach umgehauen, gefesselt und ist definitiv bisher eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Es ist auch an manchen Stellen melancholisch und ich kann das Buch keinem ans Herz legen, den Bücher über Essstörungen triggern könnten, aber dieses Buch ist wahrlich ein Juwel voller Worte. Es gibt zwar nur wenige überraschende Wendungen und Entwicklungen, aber die Geschichten der beiden Schwestern sind einfach schön zu lesen, auch wenn sie einem an manchen Stellen traurig werden lassen. Sie berührt einen tief im Inneren. Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig und gefällt mir sehr gut.


Bewertung
Ein unglaublich tolles, berührendes Buch voller Wortgewalt, das mich einfach sprachlos zurückgelassen hat, daher gibt es von mir verdiente



Das war meine Rezension zu diesem wirklich tollen Buch, das ich nur jedem empfehlen kann, den Bücher, wo Magersucht ein Thema ist nicht triggert. Es ist bisher mein Jahreshighlight bisher. Habt ihr das Buch auch schon gelesen? Wenn ja, wie fandet ihr es? Wenn nein, würdet ihr es lesen wollen? Wie hat euch meine Rezension gefallen?

Wünsche euch noch einen schönen Tag.
Eure Nadja

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