Sonntag, 23. August 2015

[Nadja] Protagonisteninterview - Blogtour "Drachenmahr"



Protagonisteninterview – Blogtour „Drachenmahr“

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich zum zweiten Tag der Blogtour zum Buch „Drachenmahr“ von Robert Corvus begrüßen. Gestern waren wir bei Bella's Life zu Besuch, die euch das Buch vorgestellt hat. Heute habe ich die Protagonistin Zarria zu Gast, die mir einige Fragen beantwortet hat.

Hallo Zarria, schön dass du es einrichten konntest, vorbeizuschauen. Magst du ein wenig über dich erzählen?
Zarria: Ich war ziemlich jung damals. Das meine ich weniger wegen meiner achtzehn Jahre. Ich hatte auch schon einiges mitgemacht, zum Beispiel diese Sache mit meinem Auge...
Ich kann nicht sagen, dass es mir das alles nichts ausgemacht hätte, aber ich glaube, ich habe es ganz gut weggesteckt. Ich habe es immer gehasst, wenn jemand mich beschützen wollte, also bin ich schon als Mädchen raus auf die Straßen. Natürlich hat man es nicht gern gesehen, dass eine Patrizierin mit den Gassenjungen gerauft hat, aber ich wurde schnell unerträglich, wenn ich im Kleidchen am Tisch sitzen musste, also waren die Schrammen für meine Eltern wohl das kleinere Übel. Es hat sie dann auch kaum gewundert, dass ich zu Onkel Podro in die Stadtwache gegangen bin, obwohl sie sich natürlich etwas anderes gewünscht hätten. Das Leben unter den Bütteln war rau, und wenn die Weber wieder Ärger gemacht haben, ist man so manches Mal im Schlamm gelandet.
Aber das war alles ... Wie gesagt, ich war jung, es hat mir wenig ausgemacht und ich habe es genossen, meine Kraft zu erproben und auf eigenen Beinen zu stehen.
Aber wenn dann plötzlich ein Mensch stirbt, den du wirklich liebst ... dann bist du nicht mehr jung.

In Koda gibt es sieben hohe Häuser. Du gehörst ja zum Haus Machon. Magst du ein wenig über die Häuser und die Machtverhältnisse erzählen?
Zarria: Damals hat ein Senat die Gesetze in der Stadt erlassen. Jedes der sieben Hohen Häuser hatte darin einen Sitz.
Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Man brauchte nur zur Kathedrale schauen, die siebzig Meter hoch über dem Wasserfall an der Felswand über der Stadt thronte, um zu wissen, wo die Macht saß. Der mächtige DRACHE erhielt die Stadt, und auf eine Weise, die damals niemand begriffen hat, ist es Josefa Rubinsteyn gelungen, den DRACHEN zu beherrschen. Daraus haben die Rubinsteyns ihren Vorteil gezogen. Der alte Arlbert, ihr Patriarch, ist lange Zeit sehr geschickt darin gewesen. Vielleicht zu geschickt. Er hat zu wenig darauf geachtet, dass die anderen auch ihr Stück vom Kuchen abbekamen. Das hat Neid und Unzufriedenheit geweckt.
Wir Machons waren damals sehr geschwächt, wir hatten eine unkluge Fehde hinter uns. Das hatte uns beinahe alle unsere Würdenträger und das meiste von unserem Einfluss gekostet. Deswegen galten wir als schwächstes unter den sieben Hohen Häusern. Wir hatten wenig zu verlieren, als es dann losging.

Wieso hast du dich dazu entschieden, dich nicht verheiraten zu lassen, sondern in die Stadtwache einzutreten?
Zarria: Ein bisschen lag das an Onkel Podro. Er war damals der Hauptmann der Stadtwache und ein sehr fröhlicher Mensch. Er wusste, dass alle in der Familie dachten, er sei ein Versager, der es nur auf einen unbedeutenden Posten gebracht hatte, aber das war ihm egal, und dadurch wurde er frei. Er musste nicht ständig die Ohren spitzen und die Zunge hüten.
Außerdem war er zufrieden mit dem, was er tat. Auf seinem geschorenen Kopf konnte man jede Schramme und jede Beule deutlich sehen, und ich wollte immer wissen, woher er sie hatte. Das waren meistens spannende Geschichten von Räubern, denen er Respekt eingeprügelt hatte oder von einer Kneipenschlägerei, in die er geraten war.
Die jungen Männer, die meine Eltern für mich im Auge hatten, waren nicht wie Onkel Podro. Sie überlegten ständig, was sie für die Ehre ihrer Familie tun könnten. Da wäre ich ein Mittel zum Zweck gewesen – ein stilvolles Heim einrichten und angenehme Konversation treiben, darin hätten meine Aufgaben bestanden. Ich fluchte lieber mit den Bütteln, schlief auf einer Pritsche und war stolz, wenn ich einen Gauner verprügelt hatte.

Wie hast du dich gefühlt, als man dich als Anführerin der Drachengarde vorschlug? Warum hat man dich gewählt?
Zarria: Ich war so zornig, dass ich die ganze Stadt hätte niederbrennen können. Aber nicht wegen meiner Ernennung, sondern wegen dieser anderen Sache. Du weißt schon.
Ich glaube nicht, dass mich irgendjemand gewählt hat, weil er dachte, ich sei besonders gut für die Aufgabe geeignet. Eher im Gegenteil. Man wollte eine Achtzehnjährige, die man formen konnte. Eine aus dem schwächsten Haus, sodass sie kaum Rückhalt hatte und keines der anderen Häuser übermächtig würde – oder auch nur zu einer Konkurrenz für die Rubinsteyns. Arlbert war zu weit gegangen, aber niemand war so dumm, seine Stellung ernsthaft infrage zu stellen.
Alle dachten, sie könnten mich kontrollieren.
Sie hatten eben keine Ahnung.

Wie war es für dich, als du das das erste Mal dem Drachen so nah warst und du von seinem Blut getrunken hast?
Zarria: Man kann nicht lange in die Sonne schauen, sie blendet einen.
Stell dir vor, du würdest sie nicht nur ansehen, sondern sie für einen kurzen Moment berühren. Eigentlich müsstest du sofort verbrennen, und wenn das nicht passiert, wundert dich genau das hinterher am meisten.
So war das mit dem DRACHEN auch. Man kann so etwas unmöglich tun und danach dieselbe sein. Unmittelbar vorher denkt man, dass man gleich sterben wird – und das ist vielleicht der klügste und einsichtsreichste Gedanke, den man überhaupt haben kann.

Welche Menschen liegen dir besonders am Herzen? Und warum?
Zarria: Ich kümmere mich nicht mehr viel um Menschen. Ich glaube, ich habe genug getan, im Guten wie im Bösen. Jetzt sind andere dran.
Weißt du, irgendwie sind es immer die Besten, die es erwischt. Und vor allem viel zu früh.
Manchmal denke ich, ich würde einige von denen, die damals dabei waren, gern wiedersehen. Aber das ist Unsinn. Es gibt diese Menschen nicht mehr, auch wenn sie noch leben. Sie sind ihren Weg inzwischen weitergegangen und andere geworden. Und ich selbst natürlich erst recht.
Und diejenigen, die ich jetzt kennenlerne ... Na ja, die Ereignisse von damals haben Folgen, die niemand übersehen kann. Jemand wie ich hat keine Freunde.

Danke, dass du es einrichten konntest, vorbeizuschauen. Wünsche dir eine gute Weiterreise.
Zarria: Vielen Dank. Du bist eine der Wenigen, die ohne Hintergedanken mit mir sprechen. Ich hoffe, das macht dir niemand zum Vorwurf.


Ich hoffe euch hat das Interview gefallen und ihr konntet Zarria besser kennenlernen. Es gibt auch während dieser Blogtour etwas zu gewinnen, was ich euch nicht länger vorenthalten will:


Um am Gewinnspiel teilzunehmen, habe ich heute eine kleine Aufgabe für euch, die ihr bitte als Kommentar unter diesem Beitrag löst: Nennt mir mindestens drei Adjektive, mit denen ihr Zarrias Charakter beschreiben würdet.

Gewinnspielbedingungen:
Teilnahmeschluss für das Gewinnspiel ist der 26.08.2015 23:59 Uhr.
Teilnahme ab 18 Jahren oder mit Einverständniserklärung der Eltern.
Für den Verlust über den Postweg wird keine Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Morgen geht die Blogtour weiter bei Sarah vom Blog Books on PetrovaFire, die euch die Welt des Buches vorstellt. Den genauen Blogtourfahrplan habe ich noch einmal im Überblick für euch:


Samstag, 22.08.2015
Das Buch
bei Bella von Bella's Life

Sonntag, 23.08.2015
Protagonisteninterview
heute hier bei mir

Montag, 24.08.2015
Drachen Mythologie / Moderne
bei Lena von Die Rabenmutti

Dienstag, 25.08.2015
Die Welt im Buch
bei Sarah von Books on PetrovaFire

Mittwoch, 26.08.2015
Autoreninterview
bei Britt von Lifestyle Familie


Ich hoffe ihr seid morgen wieder bei der Tour dabei und euch hat mein Beitrag gefallen. Wünsche euch einen schönen Tag.
Eure Nadja

Kommentare:

  1. Zarria. stark,stolz aber auch ein bißchen zerbrechlich

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  2. Hi da fällt mir auf Anhieb kämpferisch, furchtlos und eigenständig ein.
    Lg Ricarda; - )
    rzoellmann90@gmail.com

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  3. Hallo und guten Tag,

    Zarria, ist jung, eher eigenbrötlerisch als ein Menschenfreund und lässt sich nicht verbiegen, will lieber ihren eigenen Weg gehen.

    LG..Patrick..

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  4. Hallo und vielen Dank für die schöne Blogtour und das Protagonisteninterview!

    Ich würde Zarria mit folgenden Eigenschaften beschreiben:
    - draufgängerisch
    - offen
    - charakterstark (hat Rückgrat)
    - neigt dazu, sich zu überschätzen
    - hat Anpassungsschwierigkeiten und ist eine Einzelgängerin.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    kavo0003[at]web.de

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  5. Hallo,

    Ich würde sie mit selbstbewusst, stark und furchtlos beschreiben.

    Lg Bonnie

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  6. Hallo ,

    Ich würde sagen er ist stark , klug und mutig .

    Liebe Grüße Margareta
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  7. Huhuuuuuuuu,

    danke für den tollen Tag :D
    Mir fallen spontan, draufgängerisch, furchtlos und stolz ein :D

    Lieben Gruß, Yvonne
    yvonne.rauchbach@freenet.de

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  8. Hallo,

    da fällt mir spontan: furchtlos, mutig und stark ein.

    Liebe Grüße
    SaBine

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